Wann werden aus Zuwanderern Deutsche?

Über Integration reden: Martin Strätling, Leiter von MiCado, und seine Kollegen Matthias Zimoch und Thomas Kemper (Foto von rechts) haben den Fachtag vorbereitet. Foto: Karl-Martin Flüter Über Integration reden: Martin Strätling, Leiter von MiCado, und seine Kollegen Matthias Zimoch und Thomas Kemper (Foto von rechts) haben den Fachtag vorbereitet. Foto: Karl-Martin Flüter Eine Standortbestimmung der Integration von Einwanderern: Das ist das Thema eines Fachtags am 5. Februar 2020. Veranstalter sind MiCado, der Caritas-Fachdienst für Migration und Integration, und die Katholische Hochschule (KatHO NRW) in Paderborn, das Transfernetzwerk der KatHO sowie „NRWeltoffen“. „Wenn die Lösung das Problem ist – Integration 5.02“ lautet der Titel der Veranstaltung, zu der Fachleute und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit eingeladen sind.

Es geht darum, wie offen eine Gesellschaft reagieren sollte, wenn Menschen einwandern. „Bei der Integration gelten bestimmte Parameter – Spracherwerb, wirtschaftliche Integration, Beteiligung am gesellschaftlichen Leben – an denen der Erfolg von Integration gemessen wird“, sagt Martin Strätling, Leiter von MiCado. „Es ist aber erforderlich, dass wir immer wieder individuell auf jeden Menschen schauen und nicht nur allgemeine Maßstäbe anlegen.“

Mit Workshops und Vorträgen wollen Veranstalter und Teilnehmer gemeinsam neue Ansätze für das Zusammenleben in einer diversen Gesellschaft entwickeln. In einer „Denkwerkstatt“ wird die Fachfrau Mehrnousch Zaeri-Esfahani gemeinsam mit Teilnehmern Antworten suchen auf Fragen wie: Wie wirkt sich die kulturelle Erziehung aus? Wieso erscheint uns das Verhalten von Einwanderern manchmal als zu fordernd bis rücksichtslos? Welche Vorstellung von Autorität haben Menschen aus kollektivistischen Strukturen und wie kann unser individualistisches Hilfe- und Bildungssystem damit umgehen?

Wie sich Prozesse der Integration und Migration auf das Zusammenleben im Quartier auswirkt, erörtert Professor Dr. Marc Breuer von der KatHO NRW in einem Vortrag. In Workshops vertiefen die Teilnehmer Einzelthemen. Dabei geht es um Integration im Sport, Diskriminierungserfahrungen und die politische Teilhabe von jungen Menschen mit internationaler Familiengeschichte – aber auch um die Frage, wann Menschen nicht mehr als Zuwanderer, sondern als Deutsche wahrgenommen werden.

Allein im Jahr 2017 sind mehr als eine Million Menschen nach Deutschland gekommen. „Vier von fünf Einwanderern sind geblieben. Die meisten stehen heute im Erwerbsleben oder sie machen eine Ausbildung“, betont Martin Strätling. „Insgesamt war das eine außergewöhnliche Leistung, die wir alle gemeinsam geschafft haben. Jetzt geht es darum, dass diese Menschen hier wirklich ankommen.“

Info

Die Fachtagung „Wenn die Lösung das Problem ist – Integration 5.02“ findet in der KatHO NRW, Abteilung Paderborn, Leostraße 19 in Paderborn statt.

Anmeldung: MiCado. Fachdienst für Integration und Migration, Riemekestraße 88, 33102 Paderborn,