VerBINDUNGen schaffen

(v.l.) Dr. Eva Brockmann (Leiterin der Beratungsstelle), Dr. Sebastian Franke (Referent), Monika Baumjohann (stellvertr. Leiterin), Michael Bachg (Referent), Josef Zimmermann (Referent), Hans-Bernd Janzen (stellvertr. Landrat), Patrick Wilk (Vorstand des Caritasverbandes Paderborn) Foto: Stork/CV Paderborn (v.l.) Dr. Eva Brockmann (Leiterin der Beratungsstelle), Dr. Sebastian Franke (Referent), Monika Baumjohann (stellvertr. Leiterin), Michael Bachg (Referent), Josef Zimmermann (Referent), Hans-Bernd Janzen (stellvertr. Landrat), Patrick Wilk (Vorstand des Caritasverbandes Paderborn) Foto: Stork/CV Paderborn Anlässlich ihres 60-jährigen Jubiläums veranstaltete die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche vom Caritasverband Paderborn e.V. einen Fachtag im Schützenhof Paderborn. 160 Interessierte kamen hier zusammen, um sich über das Thema „Familien im freien Fall? VerBINDUNGen schaffen in Beratung“ auszutauschen.

Die hohe Teilnehmerzahl verdeutlicht die Aktualität des Themas. In einer akuten belastenden Krise fühlen sich Familien oft wie im „freien Fall“ – ein Gefühl der Ohnmacht, selbst nichts mehr an der Situation ändern zu können, stellt sich ein. Sie brauchen „Verbindungen“. Die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche versuchen eine entwicklungsfördernde und tragfähige Verbindung aufzubauen, aber auch die Bindungen innerhalb der Familie aufzubauen und zu verstärken.

Wie das geht, beschrieb Referent Michael Bachg am Beispiel der Methode „Feeling-Seen“. Sie soll es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich gesehen und emotional verstanden zu fühlen. Das erfordert in der Therapie eine hohe Empathie.

Auch für den familiären Alltag hat der Diplom-Psychologe einen Tipp, wie diese Methode gelebt werden kann. „Wenn Ihr Kind nach Hause kommt, schauen sie ihm ins Gesicht, stellen Sie Blickkontakt her und fragen Sie: ‚Wie geht es dir?‘ verbunden mit einem Lächeln.“

Dr. Sebastian Franke, vom Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Siegen, informierte über „Bildungstheoretische Impulse für die Beratung in der frühen Kindheit“. Diplom-Psychologe Josef Zimmermann gab am Nachmittag einen Einblick in methodische Vorgehensweisen in der Beratung in Krisenfällen.

An alle Fachvorträge schloss sich eine rege Podiumsdiskussion mit mehreren Fachleuten aus Familienzentren, Schulen, Beratung und Therapie an.

Als Referent und Diplom-Psychologe Josef Zimmermann im Podiumsgespräch gefragt wird, wie er es bewerkstellige, eine Verbindung zu den Jugendlichen aufzubauen, antwortete er: „In dem ich keine Verbindung herstelle.“ Er versuche nicht, eine Beziehung zu erzwingen, schildert er. „Ich gebe dem Jugendlichen nicht das Gefühl, dass er sich mir öffnen muss und ich seine Vertrauensperson werden muss. Ich bin einfach da und begegne dem Jugendlichen auf Augenhöhe.“

 

Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche

 Die Beratungsstelle bietet Unterstützung und Begleitung bei vielfältigen Fragen und familiären Problemlagen, zum Beispiel bei Trennung und Scheidung, Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Problemen, aber auch ganz allgemein bei Fragen zur Erziehung und der Entwicklung von Kindern.

Eltern, Kinder und Jugendliche können sich unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, Nationalität, ihres Familienstandes und ihrer Lebenssituation an die Beratungsstelle wenden. Auch minderjährige Kinder benötigen dafür nicht das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten, sondern können sich selbst bei der Beratungsstelle melden.

Alle Angebote sind freiwillig und kostenfrei und die Berater*innen unterliegen der Schweigepflicht.