Soziale Kontakte minimieren - für Menschen mit Suchterkrankung ein Gefühl zwischen Fluch und Segen

Paderborn. Bars und Kneipen sowie Spielhallen im Land sind geschlossen.

Veranstaltungen und Feste sind abgesagt. Für einen suchtkranken Menschen vielleicht zunächst sogar gute Nachrichten?!

Der Zugang zum Suchtmittel ist beschränkt, Anlässe in Gesellschaft zu konsumieren sind gestrichen.

Allerdings ist seit rund 14 Tagen die Bevölkerung auch dazu angehalten, soziale Kontakte zu
minimieren. Dies bedeutet ebenso, dass die Aktivitäten der Menschen außer Haus auf
Sparflamme laufen. Der Besuch im Fitnessstudio muss ausfallen, der Austausch beim
Friseur fällt weg, der Besuch der Enkelkinder setzt aus, das Schwimmbad hat geschlossen. Alles Aktivitäten, die bislang eine gute Hilfestellung waren, um mit Suchtdruck umgehen zu
können.

Die Pandemie und ihre Auswirkungen stellen die Grenze des Ertragbaren Aller aktuell auf die Probe. Aber gerade Menschen mit einer Suchterkrankung finden sich unvorbereitet neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Die angesprochenen Aktivitäten als Bewältigungsstrategien im Umgang mit Stress, depressiven Tendenzen und Depressionen stehen plötzlich nicht mehr in gewohntem Umfang zur Verfügung. Auch die Aussicht, wann diese Dinge wieder möglich sein werden, ist ungewiss. Die Gefahr, darüber wieder in alte Denk- und Verhaltensmuster zu fallen ist sehr groß. Vermehrter Konsum von Suchtmitteln bzw. ein Rückfall geben negativen Emotionen wieder neues „Futter“…

Auch das Arbeiten von Zuhause stellt sich manchmal in der Praxis als weniger positiv dar als zunächst erwartet. In manchen Berufen stellen sich Zukunftsängste ein, dagegen haben manche Sparten aktuell so viel zutun wie nie. Dagegen fehlt immer mehr der gewohnte Ausgleich im Freizeitbereich, so dass ein Suchtmittel schnell Entlastung bieten kann.

Sollten Sie gerade in diesen turbulenten Zeiten feststellen, dass vielleicht schon länger oder jetzt erneut der Konsum eines Suchtmittels oder das Glücksspiel für Sie zu einer Belastung geworden ist, so sind die Beratungsstellen der Suchtkrankenhilfe im Caritasverband Paderborn auch momentan für Sie da!

Auch wenn aktuell keine persönlichen Gespräche vor Ort stattfinden können, so sind wir von Montag bis Donnerstag jeweils in der Zeit von 8:30 bis 12:30 Uhr und 14 bis 16:30 Uhr und Freitag von 08:30 bis 12.30 Ur telefonisch für Sie erreichbar, auch jederzeit über oder über die Online Beratungsplattform der Caritas unter www.beratung-caritas.de.

Gern beraten und begleiten wir Sie in Ihrer aktuellen Situation, entwickeln mit Ihnen neue Perspektiven und bieten Ihnen Unterstützung.

(Diese Pressemitteilung des Caritasverband Paderborn als PDF Download finden Sie hier.)