Schrauben, reparieren, Hilfe zur Selbsthilfe - acht Jahre MiCado-Radwerkstatt

Dieter Gardner zeigt wie es geht: In der Radwerkstatt von MiCado liegt die Betonung auf der Hilfe zur Selbsthilfe. Foto: CV PB/ Flüter In der Caritas-Radwerkstatt am Frankfurter Weg in Paderborn werden Fahrräder für Flüchtlinge repariert und aufbereitet. Das hilft Geflüchteten in Paderborn Fuß zu fassen und macht dem ehrenamtlichen Helfern viel Freude. Jetzt sucht das Team Verstärkung.

Ins Leben gerufen wurde die Radwerkstatt durch den Caritas-Fachdienst für Integration und Migration (MiCado). Rolf Weise (74), Martin von Oppenkowski (54) und Dieter Gardner (68) sind den geflüchteten Menschen bei der Reparatur jeden Dienstagnachmittag von 14 bis 16 Uhr ehrenamtlich behilflich.

„Die Radwerkstatt gibt es schon seit 2011 in Paderborn. Man hat damals gemerkt, dass die Flüchtlinge auf Fahrräder angewiesen sind, um mobil zu sein – damit sie zu­r Arbeit oder in die Stadt kommen und auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können“, erinnert sich Rolf Weise. Dieter Gardner erlebt, wie notwendig das Angebot ist: „Wenn man am Dienstag hier ankommt, stehen die Flüchtlinge oft schon mit dem Fahrrad vor der Tür.“

Martin von Oppenkowski ist seit drei Jahren dabei. „Ich arbeite gerne mit Menschen und bin sowieso ein Bastler.“ Er erklärt, wie die Werkstatt funktioniert: „Die Fahrräder sind ausnahmslos Spenden“. Rolf Weise ergänzt: „30 bis 35 habe ich alleine aus meiner Nachbarschaft erhalten“.

Für einen kleinen Obolus, von dem Werkzeug und Ersatzteile finanziert werden, erhält hier jeder Geflüchtete ein Fahrrad.

Die Betonung liegt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Die ehrenamtlichen Schrauber reparieren vor allem kaputte Lichter und Reifen. Manchmal hapert es an der Schaltung. Selten ist eine kaputte Felge oder ein Achsenbruch das Problem.

„Wir arbeiten immer mindestens zu zweit“, berichtet Weise. „Hier hat sich ein gutes Team gebildet“, findet auch Thomas Kemper von der Integrationsagentur der Caritas. „Das Geheimnis des langjährigen Engagements sind sicherlich die tolle Zusammenarbeit und die gegenseitige Unterstützung. Es ist hier im Laufe der Jahre etwas gewachsen, ein echtes Gemeinschaftsprojekt, an dem alle Freude haben.“

Der Kontrast zur Flüchtlingsunterkunft mit dem Sicherheitsdienst über der Radwerkstatt ist offenkundig. Die Radwerkstatt ist ein Ort des Machens und der Aktivität auf Augenhöhe. Dieter Gardner meint: „Manche Flüchtlinge kommen immer wieder. Aber nicht, weil sie andauernd ihr Fahrrad kaputt machen, sondern um Abwechslung und Beschäftigung zu haben.

Im Frühjahr steht in der Radwerkstatt die Hauptsaison an. Das Team der Radwerkstatt würde sich sehr über Verstärkung freuen. Alter, Nationalität oder Sprache spielen keine Rolle. Hier arbeiten alle Hand in Hand zusammen.

 

Info:Öffnungszeiten der Radwerkstatt: dienstags 14 bis 16 Uhr

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