Große Bühne für die Pflege

Gute Laune vorm Rathaus - die Teilnehmer der Kundgebung: (v.l.) Landrat Manfred Müller, Michaela Lindner, Kim Pochalla, Christian Duczek, Josefine Ernstberger, Oliver Schneider, Janine Klöpping, der stellvertretende Bürgermeister Dietrich Honervogt, Moderatorin Antje Huismann und Rapper Ferdi Cebi In diesem Jahr wurde am „Tag der Pflege“ ein gewachsenes Selbstbewusstsein der Pflegenden deutlich. Vorm Rathaus berichteten Pflegekräfte, warum sie ihren Beruf gerne machen. Sie unterhielten Unterstützung von prominenter Seite. Landrat Manfred Müller betonte die Bedeutung der Pflege für das soziale Leben im Kreis. Pflege sei ein Beruf, der nah an den Menschen sei, einen sicheren Arbeitsplatz und gute Aufstiegschancen biete. Der Landrat ist Schirmherr einer Imagekampagne, mit der die Wohlfahrtsverbände für Pflege und Pflegeberufe werben.

Die Kundgebung mit etwa 200 Teilnehmern fand am Samstagmittag (12. Mai) auf dem großen Podest statt, auf dem wenige Stunden später die SCP-Kicker den Aufstieg feierten. Dank der Kabarettistin Antje Huismann störte das doch etwas groß geratene Ambiente nicht. Dass eine Kabarettistin den Tag der Pflege moderierte, war symptomatisch. Schon zuvor hatten Vertreter der Pflege im Kreis mitgeteilt, man wolle weg von der „Jammerkultur“. Entsprechend klangen die Statements der Pflegemitarbeiter. Kim Pochalla, Auszubildende in der Diakoniestation St. Johannnisstift, sieht die große Attraktivität des Pflegeberufs auf dem Arbeitsmarkt. Janine Klöpping, Pflegeazubi im Caritasverband Paderborn, lobt die Vielseitigkeit der Pflege und die emotionale Nähe: „Es kommt etwas zurück. Ich gehe nach der Arbeit immer mit einem Gefühl der Zufriedenheit nach Hause.“

Die große Verantwortung in seinem Beruf findet Oliver Schneider, Krankenpfleger im St. Johannisstift, als bereichernd. Und Christian Duczek, stellvertretender Pflegedienstleiter im Clemens-August-von-Haus in Delbrück, baut trotz des herrschenden Mangels an Pflegekräften auf die Zukunft: „Es gibt viel Potential. Jetzt kommt es nur darauf an, dass die Politik reagiert.“

Die Probleme der Gegenwart können Pflegekräfte nicht alleine lösen. Die gesamte Gesellschaft ist gefordert. Gemeinsamkeit und mehr Verständnis für die Pflege forderte Rapper Ferdi Cebi, selbst Altenpfleger im St. Johannisstift, mit dessen Songs die Kundgebung begann und endete. Aufmerksamkeit erregten auch die 53 Pkw von Pflegekräften, die in einem Autokorso zwei Mal um die Innenstadt fuhren.

Josefine Ernstberger erhielt den größten Beifall des Tages. Am besten aber brachte es wohl die älteste Teilnehmerin der Veranstaltung auf den Punkt. Josefine Ernstberger wird von der Caritas zu Hause versorgt. Am Samstag kletterte die 96-Jährige kurzentschlossen auf die Bühne und rief unter großem Jubel ihren Zuhörern zu: „Ihr seid alle wunderbar.“