Ende für ein eingeschworenes Team

Gruppenbild zum Abschluss: Die Teilnehmer und ehrenamtlichen Helfer beim letzten Treffen, zu dem die Caritas eingeladen hatte. Foto: Flüter/Caritasverband Paderborn e.V. Die Teilnehmer und die ehrenamtlichen Helfer der Paderborner Caritas-Ferienfreizeiten haben sich Anfang Januar getroffen, um auf ihr gemeinsames Projekt zurückzuschauen, die Freizeiten für kranke Menschen und Menschen mit Behinderung. Die Anmeldezahlen für die Freizeiten waren immer mehr zurückgegangen, so dass die Finanzierung nicht mehr gesichert war. Die letzte Urlaubsfahrt hatte bereits im vergangenen Dezember stattgefunden.

Im Laufe der vielen Jahrzehnte sind die Teilnehmer der Fahrten und ihre Helfer zu guten Freunden geworden. Deshalb herrschte beim abschließenden Treffen im Haus St. Antonius trotz des eigentlich traurigen Anlasses eine lebhafte Unterhaltung: So wie das ist, wenn alte Freunde zusammenkommen.

Ein Angebot wie das der Besinnungsfreizeiten, das Gemeinschaft, individuelle Pflege und Spiritualität miteinander verbunden hat, gab es sonst nirgendwo. Auch bei der letzten Freizeit im Dezember nach Bad Driburg waren deshalb einige Teilnehmerinnen von weither gekommen, aus Beverungen oder Plettenberg im Sauerland.

Betreut wurden die Gäste, die ausnahmslos pflegerische Unterstützung brauchen, von ausgebildeten Pflegekräften und Pflegeschülerinnen. Doch die „Besinnungsfreizeiten“ waren mehr. Geprägt wurden die Tage von Gottesdiensten, Meditationen, aber auch Erinnerungsgruppen und gemeinsamen Ausflügen und Aktionen.

Die Caritas-Sozialarbeiterin Verena Döring leitete die Freizeiten zuletzt. Vor jeder Fahrt hat sie die Teilnehmer in ihrem häuslichen Umfeld besucht, um zu klären, wie viel Hilfe notwendig war. Die üblichen Vorbereitungen kamen hinzu: Betreuer finden, Absprachen mit dem Hotel, Versicherungen abschließen, die Anreise buchen und das Programm organisieren.

Viel Engagement erforderten die Freizeiten der Caritas schon immer. Zu schaffen war das nur mit einer eingeschworenen Gruppe von ehrenamtlichen Helfern, die sich in den Anfangsjahren um den Caritasmitarbeiter Peter Leppin, die Vincentinerin Schwester Julitta sowie Heinz Sauerland bildete. Im Kern hat diese Gruppe bis zuletzt bestanden, auch wenn einige Mitstreiter bereits gestorben sind.

Peter Leppin erinnerte in einem Fotovortrag an diese Geschichte. Seit 1977 fanden Krankennachmittage, seit 1978 Besinnungsfreizeiten statt. Fünf bis sechs Mal im Jahr reisten Menschen mit der Caritas an Orte wie Winterstein in Thüringen, Beverungen an der Weser oder Bad Laer. Die älte Spaß hatten die Teilnehmer der Freizeiten immer. Während der letzten Fahrt lag Peter Lamczick, jahrelang ehrenamtlicher Betreuer der Freizeiten, den Damen zu Füßen. Das freute auch Klemens Knoop (rechts); (Foto von links) Leiterin Verena Döring, Elfriede Rüther, Änne Meyer, Angela Schreckenberg und Klemens Knoop. ste Teilnehmerin ist Angelika Schreckenberg, der ihre 95 Jahren immer noch nicht anzusehen sind. Es gab aber auch Kinder, die mitreisten und problemlos integriert wurden.

Am häufigsten hat Klemens Knoop an den Caritas-Freizeiten teilgenommen. Seit 1993 hat er keine Fahrt ausgelassen. Natürlich war er auch bei der Abschiedsfeier dabei und ein wenig war ihm die Trauer über den Verlust anzumerken. Die Fahrten mit der Caritas haben auch ihm mehrmals im Jahr die Möglichkeit geboten, aus den eigenen vier Wänden herauszukommen und andere zu sehen. Das wird in Zukunft nicht mehr so einfach möglich sein.