Der Schuh drückt an allen Enden

Wo drückt der Schuh? Das haben sich die CDK-Mitglieder beim Bildungstag gefragt. Unser Foto zeigt den Regionalarbeitskreis mit dem Gastreferenten Ralf Nolte vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn: (v. li.) Ralf Nolte, die Vorsitzende der Regionalkonferenz Maxine Odenbach (CKD St. Johannes Baptist Wewer), Claudia Hanna (CKD St. Marien Schlangen), Karsten Hentschel (Koordinator für Caritas, Caritasverband Paderborn), Raimund Witter (CKD St. Elisabeth Paderborn) und Theresia Brinkmann (CKD St. Heinrich Paderborn) Foto: Flüter Die Mitglieder der Caritaskonferenzen (CKD) im Dekanat Paderborn haben sich während ihres Bildungstages in Paderborn eine Standortbestimmung ihrer Arbeit geliefert. Dabei wurde deutlich, dass die ehrenamtliche Arbeit der Caritas vor einem Umbruch steht.

Das Stimmungsbild, das die 80 Frauen und Männer bei ihrem Treffen zeichneten, ließ nicht an Deutlichkeit zu wünschen übrig. Die ehrenamtliche Arbeit in den Gemeinden ist zunehmend geprägt von Überforderung und mangelnder Wertschätzung. Die Aufgaben haben sich geändert, aber vielen Caritaskonferenzen fällt es schwer, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen.

Das Ehrenamt stößt nicht nur bei der CKD, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen auf immer schwierigere Rahmenbedingungen. Zunehmend weniger Menschen wollen oder können sich - etwa aus Zeitmangel - freiwillig für Andere engagieren. Bei den CKDs kommt hinzu, dass sich auch ihre spirituelle und kulturelle Heimat, die Kirchen, rasant verändern: weniger Gläubige, weniger Priester, der drohende Verlust gesellschaftlicher Bedeutung.

Bei der Bewältigung dieser Krise bauen die Ehrenamtlichen aus den CKDs auf die hauptamtliche Unterstützung aus den Caritasverbänden. Die Caritaskonferenzen stehen als Fachverband der Caritas in enger Beziehung zum jeweiligen Caritas-Ortsverband. Im Dekanat Paderborn ist es der Caritasverband Paderborn, der die ehrenamtlichen CKDs unterstützt, beispielsweise durch zwei "Koordinatoren für Caritas" im Dekanat.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit, mehr hauptamtliche Unterstützung aus den Gemeinden wünschen sich die Ehrenamtlichen. Sich selbst nahmen die Teilnehmer des Bildungstages nicht von der Kritik aus. Oft haben alte Aufgaben der CKD an Bedeutung verloren. Die Caritaskonferenzen finden aber nur schwer einen Zugang zu neuen Zielgruppen.

Es gibt jedoch Beispiele, die Mut machen, etwa die Flüchtlingsarbeit. Die enorme Herausforderung, vielen geflohenen Menschen zu helfen, hat die Caritaskonferenzen zusammengeschweißt. Gegen den Trend verzeichneten die CKDs plötzlich einen Zugang an neuen Mitarbeitern und Mitgliedern. Oft waren es engagierte, manchmal auch eher kirchenferne Menschen, die über die Arbeit für Flüchtlinge den Weg zu den Caritaskonferenzen fanden. Weil die CDKs auf diese Weise zu Anlaufstellen und Sammelbecken für die wurden, die helfen wollen, erlangten sie enorme gesellschaftliche Bedeutung. Ohne die CKDs wäre die Flüchtlingskrise wesentlich negativer verlaufen.

Daraus können die Caritaskonferenzen Selbstbestätigung gewinnen. Die Flüchtlingsarbeit hat gezeigt: Wenn sie sich mit den großen gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen und offen sind für neue, vielleicht etwas andere ehrenamtliche Mitarbeiter, haben die Caritaskonferenzen eine Zukunft.