10 Jahre betreute Wohngemeinschaften in den Sighard-Gärten

Bewohner der betreuten Wohngemeinschaft, Mitarbeiter und Vertreter von Caritas und Spar- und Bauverein Paderborn feierten zusammen den 10. Jahrestag der Gründung. Vor zehn Jahren wurde die betreute Wohngemeinschaft im Wohnprojekt Sighard-Gärten eröffnet. Sie begründete einen Trend, der bis heute anhält.

Paderborns damaliger Bürgermeister Heinz Paus ließ es sich im Sommer 2007 nicht nehmen, die Sighard-Gärten zu eröffnen. Das Stadtoberhaupt stand im schönen Innenhof der Wohnanlage und lobte die Innovationskraft der Wohnungsbaugenossenschaft und das Konzept des Zusammenlebens in den Sighard-Gärten. „Das hier kann sich sehen lassen“, sagt er.

Erna Schröder saß damals im Publikum. Am 29. Juni 2007 war sie als eine der ersten Bewohnerinnen in die Wohngemeinschaft eingezogen. Seitdem lebt die 96-Jährige in den Sighard-Gärten. In der Erinnerung waren besonders die ersten Jahre schön, als die Gemeinschaft der Bewohnerinnen – es waren nur Frauen eingezogen – immer mehr zusammenwuchs.

Vor zehn Jahren wurde die betreute Wohngemeinschaft im Wohnprojekt Sighard-Gärten eröffnet. Sie begründete einen Trend, der bis heute anhält. Die acht Frauen mussten gemeinsam die Entscheidungen über alle Anschaffungen und die Haushaltsführungen treffen. Doch schon bald funktionierte der Alltag, auch weil die Mitarbeiter der Caritas 24 Stunden am Tag Unterstützung leisten. Ein Plus war auch die gute Wohnsituation: die großzügigen Räumlichkeiten, der große Garten und die Lage in Innenstadtnähe.

„Es war ein Experiment, dass die Caritas damals zusammen mit dem Spar- und Bauverein Paderborn wagte“, sagt Caritas-Bereichsleiter Hans-Werner Hüwel. „In den Sighard-Gärten zog zum ersten Mal eine Wohngemeinschaft in ein Gebäude ein, das speziell für sie errichtet worden war.“ Der Spar- und Bauverein hatte gebaut, der Caritasverband übernahm die Betreuung.

Hermann Loges, Vorstand des Spar- und Bauvereins Paderborn, erinnerte bei der Jubiläumsfeier daran, dass die Partner vor zehn Jahren unter dem Slogan „miteinander-füreinander“ antraten. Gemeint war die Solidarität zwischen den Generationen. In dem Wohnkomplex mit zwei Gebäudeteilen befinden sich barrierefreie Wohnungen, die besonders gut für Menschen in der zweiten Lebenshälfte geeignet sind. Die Wohngemeinschaft ist räumlich und organisatorisch der zentrale Ort. So kann der Spar-und Bauverein auch älteren Mietern, die oft bis ins hohe Lebensalter in ihrem Wohnquartier bleiben, ein sicheres Wohnumfeld bieten.

„Wir haben Standards gesetzt“, sagte Hermann Loges über die Anfänge. Die Sighard-Gärten kamen in der Öffentlichkeit so gut an, dass die Wohnungsbaugenossenschaft in den folgenden Jahren das Konzept wiederholt realisierte. Der Caritasverband Paderborn betreibt mittlerweile sieben Wohngemeinschaften im Kreis Paderborn, die achte wurde – wieder zusammen mit dem Spar- und Bauverein – am 1. Juli in der Paderborner Pankratiusstraße eröffnet. Dort sind noch einige Zimmer frei. Zwei weitere WGs sind in Planung oder im Bau.

Das große Interesse an den Senioren-Wohngemeinschaften ging auch an Erna Schröder nicht vorüber. Sie hatte sich in den ersten Jahren an die Gruppen von Fachleuten gewöhnt, die die Wohngemeinschaft besichtigten. Oft diente die WG als Vorlage für neue Projekte, die überall im Land entstanden. Dieser Experten-Tourismus ist mittlerweile vorbei. Der Trend zur betreuten Senioren-Wohngemeinschaft hat sich längst verselbstständigt und die WG in den Sighard-Gärten ist heute gut funktionierender Alltag: Genau das, was sich die Initiatoren vor zehn Jahren gewünscht haben.

Kontakt: 05251/122150;