Kinder aus suchtbelasteten Familien- KiSuFa

Seit nun über 11 Jahren gibt es in Paderborn die Kindergruppe für Kinder aus suchtbelasteten Familien, kurz „KiSuFa-Gruppe“ genannt. Im Folgenden soll ein Einblick gegeben werden in ein bereits lange bestehendes Gruppenprojekt, welches zwei besondere Merkmale aufweist.

  1. Die Kinder werden über eine lange Zeit und an ihren Bedürfnissen angepasste inhaltliche Abläufe begleitet, um eine möglichst hohe Nachhaltigkeit zu erzeugen. Insofern beruht das Konzept nicht auf einer festgeschriebenen Form der Vorgehensweise, wo eine Zeitvorgabe und inhaltliche Themenabläufe vorstrukturiert werden.

  2. Die Kindergruppe ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Sucht- und Jugendhilfe.

Die Suchtkrankenhilfe und die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche (kurz: Erziehungsberatungsstelle) sind beide in Trägerschaft des Caritasverbands Paderborn e.V. und stellen jeweils eine Leiterin. Es ist so möglich, die Kenntnisse und Ressourcen beider Systeme zu nutzen und in eine präventive Gruppenarbeit mit diesen Kindern einzubringen.

Auch auf Elternseite kann Aspekten der Suchterkrankungen Sorge getragen werden, ebenso können qualifiziert und umfassend erzieherische Hilfen angeboten werden.

Zielgruppen:

Zielgruppen des Angebotes mit seinem primär präventiven Charakter sind Kinder aus Familien, in denen Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch geschieht. Dies kann sowohl hoher Konsum als auch eine bereits bestehende Abhängigkeit eines Elternteils bzw. beider Elternteile sein. Unerheblich ist, in welcher Phase der Abhängigkeit sich der betroffene Elternteil befindet (vor bzw. während der Behandlung, Abstinenz, Rückfall etc.). Ebenso werden Kinder aufgenommen, in deren Familien eine Glücksspielproblematik herrscht.

Ziele:

Ziel der Gruppenarbeit ist, die Persönlichkeit des einzelnen Kindes zu stärken, um damit eine sich eventuell entwickelnde Suchtgefährdung zu verhindern.

Die Gruppe will den Kindern einen geschützten Raum bieten, um in Kontakt zu kommen mit

  • sich selbst (Selbstwert, Individualität)

  • ähnlichen Erfahrungen anderer Kinder (Entlastung)

  • dem erleichternden Gefühl, darüber sprechen zu dürfen (Ent-Tabuisierung)

  • familiären, z.T. traumatischen Erlebnissen (Bewältigung).

Daraus folgt,

  • die Kinder bei der Wahrnehmung der eigenen Gefühle und Bedürfnisse, im Umgang mit Konflikten und „schwierigen“ Gefühlen wie Angst, Einsamkeit, Wut, Schuld, Scham, etc. zu unterstützen,

  • dass die Kinder den Aufbau von Beziehungen erlernen und erleben können,

  • zu ermöglichen, dass individuelle und soziale Kompetenzen kennen gelernt und gefördert werden

  • Kind sein zu dürfen und zu können mit allem Spaß, mit Erlebnissen, Alternativen und den Rollenverteilungen, die sich aus dem Zusammensein mit anderen Kindern ergeben

  • und nicht zuletzt eine altersgerechte Aufklärung über Sucht und Abhängigkeit.

Alter und Einzugsgebiet:

Die Gruppenteilnehmer/innen sind zwischen 6 und 11 Jahren alt. Jungen und Mädchen werden gleichermaßen angesprochen. Das Einzugsgebiet ist die Stadt und der gesamte Kreis Paderborn.

 

Dauer-Ort-Räumlichkeiten:

Die Gruppe findet wöchentlich dienstags nachmittags für 1 ½ Stunden in den Räumen der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Paderborn statt. Die Beratungsstelle ist großzügig eingerichtet und verfügt über zwei kindgerecht eingerichtete Gruppenräume, eine Holzwerkstatt und eine Turnhalle. Es wird für jedes Kind individuell entschieden, wie lange es in der Gruppe verbleibt. Dabei ist eine Bleibedauer von mindestens einem Jahr konzeptionell vorgesehen, die auch die meisten Kinder erfüllen.

Elternarbeit:

Die Elternarbeit hat sowohl konzeptionell als auch zeitlich einen hohen Stellenwert. Ziel ist die Motivation der Eltern zu stärken, dem Kind die Gruppenteilnahme stressfrei zu ermöglichen. Sie sollen sich und ihr Kind gut aufgehoben wissen, um ohne Druck Einsicht in innerfamiliäre Verhaltensweisen zu gewähren und zu gewinnen und neue Handlungskompetenzen zu erlernen. 

 Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist:

  • die Zusage der Eltern, ihren Kindern „grünes Licht“ zum Sprechen zu geben

  • Bereitschaft der Eltern zur Teilnahme an regelmäßigen Gesprächen

     Angebote für Eltern:

  • regelmäßige begleitende Elterngespräche

  • auf Wunsch Familiengespräche

  • Information über weitere Hilfen

  • Hilfestellung bei der Suche nach weiteren Unterstützungsmöglichkeiten

  • Erziehungsberatung

  • Auseinandersetzung und Hilfen bezüglich der eigenen Suchterkrankung

  • Krisenintervention

  • bei Bedarf und in Absprache wird eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sowie anderen Institutionen initiiert

Kontakt:

Suchtkrankenhilfe

Kindergruppe KiSuFa

Ükern 13

33098 Paderborn

Tel.: 05251 87722-0

Fax:   05251 87722-18

Email:

 

Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche

Kindergruppe KiSuFa

Geroldstr.50

33098 Paderborn

Tel.: 05251/6888780

Fax: 05251/6888789